Medien-Bingo: Reflexion spielerisch starten

Digitale Medien sind fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Ob Gaming, Social Media oder Streaming: jede Person nutzt digitale Medien unterschiedlich und folgt dabei eigene Bedürfnisse und Gewohnheiten.

Das Medien-Bingo bietet einen einfachen und spielerischen Einstieg, um die eigene Mediennutzung sichtbar zu machen. Ohne lange Einführung setzen sich die Teilnehmenden aktiv mit ihrem eigenen Verhalten auseinander – niedrigschwellig, interaktiv und mit Spaß.

Ein Ice-Breaker mit Mehrwert

Das Medien-Bingo ist ein kurzer, aktivierender Ice-Breaker, der sofort ins Thema einsteigt. Die Methode kann Teil eines Workshops sein oder einfach zwischendurch in einer Jugendgruppe eingesetzt werden. Ganz nebenbei werden die eigene Mediennutzung und Gewohnheiten sichtbar – und das ohne Druck, sondern mit Spaß und dem typischen Bingo-Kick.

So funktioniert’s:

Alle Teilnehmenden erhalten ein Bingo-Blatt mit verschiedenen Begriffen rund um digitale Medien. Darauf finden sich zum Beispiel:

  • spezifische Bedürfnisse (z. B. „Spaß haben“, „dazugehören“, „in Welten versinken“)
  • bekannte Plattformen oder Games („Minecraft“, „TikTok“, „Twitch“)
  • aber auch mögliche Gefahren („FOMO – Fear of missing out“, „Streit im Chat“, „Stress durch Likes“)

Die Spielleitung zieht nach und nach Begriffe. Wenn ein Begriff auf die Teilnehmenden zutrifft, darf dieser auf dem Bingo-Blatt abgestrichen werden.

Ziel ist es, als erste Person 5 Begriffe in einer Reihe (horizontal oder vertikal) zu markieren. Natürlich darf dabei laut „Bingo!“ gerufen werden.

Was steckt dahinter?

Während des Spiels passiert schon etwas Wichtiges: Die Teilnehmenden gleichen die Begriffe mit ihrem eigenen Verhalten ab.

  • Was mache ich eigentlich regelmäßig?
  • Was trifft (noch) nicht auf mich zu?
  • Wo erkenne ich mich wieder?

So entsteht ganz automatisch eine erste Reflexion über die eigene Mediennutzung.

Und danach?

Um die Reflexion zu vertiefen, kann im Laufe des Workshops oder direkt im Anschluss an das Spiel der Shiftie-Test eingesetzt werden. Dieser ist sowohl analog als auch digital verfügbar und dient dazu, herauszufinden, welchem Mediennutzungstyp (Shiftie) man am ehesten zugehörig ist.

Ein begleitendes Handout hilft dabei, die Shifties besser kennenzulernen, die Ergebnisse einzuordnen und Impulse für den Alltag zu geben. Es kann mit nach Hause genommen werden, um den Eltern die Shifties zu zeigen und so Einblicke in das eigene Mediennutzungsverhalten zu vermitteln.

Einsatzmöglichkeiten

Das Medien-Bingo eignet sich besonders gut für:

  • Workshops und Projekttage mit Kindern ab 10 Jahren
  • Familienangebote

Kurz gesagt: überall dort, wo ein niedrigschwelliger, motivierender Einstieg ins Thema Mediennutzung gefragt ist.